Silbernes Elektroauto lädt in der Einfahrt eines modernen weißen Hauses an einer Wallbox

Wallbox kaufen: worauf es ankommt

Vor dem Kauf einer Wallbox lohnt ein kurzer Check: Leistung, Kabel, Zähler, Schutz, Vernetzung und die Anmeldung beim Netzbetreiber.

Hinweis: StromNow verkauft die hier genannten Produkte im eigenen Shop.

Kurz gesagt: Vor dem Kauf klärst du sechs Punkte: Ladeleistung, Kabel oder Buchse, Zähler, Fehlerstromschutz, App oder RFID und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Jede Ladeeinrichtung meldest du vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber an. Über 12 kVA braucht es zusätzlich seine Zustimmung (NAV § 19).

Eine Wallbox ist schnell bestellt. Damit sie zu deinem Haus passt, gehst du am besten diese Punkte der Reihe nach durch.

1. Ladeleistung: 11 oder 22 kW

Die meisten Wallboxen laden mit bis zu 11 oder 22 kW. Wie schnell dein Auto tatsächlich lädt, hängt auch vom Bordlader ab. Viele Autos laden an Wechselstrom mit höchstens 11 kW. Dann bringt dir eine 22-kW-Wallbox beim Laden keine Zeit. Details findest du im Ratgeber 11 oder 22 kW?.

2. Kabel oder Buchse

Ein fest angeschlagenes Kabel ist bequem. Eine Typ-2-Buchse ist flexibel, du brauchst dann ein eigenes Ladekabel. Achte auf die Kabellänge. Der Weg vom Ladepunkt zur Ladeklappe ist oft länger als gedacht.

3. Zähler

Für die private Nutzung reicht meist die Anzeige in der App. Willst du Ladestrom abrechnen, etwa beim Dienstwagen, frag vorher, welche Messung verlangt wird. Häufig ist das ein MID-zertifizierter Zähler.

4. Fehlerstromschutz

Ein E-Auto kann im Fehlerfall Gleichfehlerströme verursachen. Deshalb braucht es einen passenden Schutz: entweder einen Fehlerstromschutzschalter Typ B oder einen Typ A in Kombination mit einer DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) in der Wallbox. Viele aktuelle Wallboxen haben diese Erkennung eingebaut. Was in deinem Fall vorgeschaltet wird, entscheidet deine Elektrofachkraft nach Herstelleranleitung.

5. App, RFID und Schnittstellen

Eine App zeigt dir Ladevorgänge und Verbrauch. RFID schützt vor fremdem Laden, wichtig bei Außenstellplätzen. Hast du eine PV-Anlage, achte auf PV-Überschussladen. Für Firmen und Mehrfamilienhäuser ist OCPP interessant, damit die Wallbox an ein Abrechnungssystem angebunden werden kann.

6. Anmeldung beim Netzbetreiber

Nach § 19 Abs. 2 NAV sind Ladeeinrichtungen dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitzuteilen. Liegt die Summen-Bemessungsleistung über 12 kVA je elektrischer Anlage, braucht die Inbetriebnahme zusätzlich seine vorherige Zustimmung. Eine 11-kW-Wallbox ist damit in der Regel anmeldepflichtig, eine 22-kW-Wallbox zustimmungspflichtig. Maßgeblich ist die Summe aller Ladeeinrichtungen an deinem Anschluss: Zwei 11-kW-Wallboxen brauchen also ebenfalls die Zustimmung. Bei zustimmungspflichtigen Ladeeinrichtungen muss sich der Netzbetreiber innerhalb von zwei Monaten nach Eingang der Mitteilung äußern (§ 19 Abs. 2 NAV). Viele Netzbetreiber bieten dafür ein Online-Formular an.

Die technischen Anschlussregeln stehen in der VDE-AR-N 4100. Die Anmeldung übernimmt oft deine Elektrofachkraft.

Steuerbare Verbrauchseinrichtung

Private Wallboxen mit mehr als 4,2 kW, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Die Teilnahme ist für sie verpflichtend. Bei drohender Überlastung des Netzes darf der Netzbetreiber die Leistung vorübergehend reduzieren, aber nicht unter 4,2 kW. Im Gegenzug zahlst du reduzierte Netzentgelte: Modul 1 ist eine pauschale Reduzierung und gilt automatisch, wenn du nichts wählst. Modul 2 senkt den Arbeitspreis um 60 % und setzt einen separaten Zähler voraus. Modul 3 bietet zeitvariable Netzentgelte zusätzlich zu Modul 1 und setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Details: Bundesnetzagentur.

7. Installation durch eine Elektrofachkraft

Eine fest installierte Wallbox schließt ein Elektroinstallationsbetrieb an, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Er prüft die Anlage und nimmt sie in Betrieb. Er prüft auch, ob dein Hausanschluss und die Zuleitung ausreichen. Bei unseren Wallboxen ist die Installation nicht im Preis enthalten.

Checkliste vor der Bestellung

  • Welche Ladeleistung kann dein Auto an Wechselstrom?
  • Kabel fest oder Buchse, und wie lang muss es sein?
  • Brauchst du einen MID-Zähler?
  • Ist eine DC-Fehlerstromerkennung eingebaut?
  • App, RFID, PV-Überschuss oder OCPP gewünscht?
  • Elektrofachkraft und Anmeldung beim Netzbetreiber geplant?

Passende Modelle findest du bei den Wallboxen und im Wallbox-Vergleich.

Häufige Fragen

Muss ich eine 11-kW-Wallbox anmelden?

Ja. Jede Ladeeinrichtung ist dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitzuteilen (§ 19 Abs. 2 NAV).

Brauche ich für 22 kW eine Genehmigung?

Über 12 kVA Summen-Bemessungsleistung je Anlage braucht die Inbetriebnahme die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers. Das betrifft 22-kW-Wallboxen und auch mehrere Ladeeinrichtungen an einem Anschluss, die zusammen über 12 kVA liegen, etwa zwei 11-kW-Wallboxen.

Darf ich die Wallbox selbst anschließen?

Nein. Installation, Prüfung und Inbetriebnahme übernimmt ein Elektroinstallationsbetrieb, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.

Brauche ich einen FI Typ B?

Nicht zwingend. Hat die Wallbox eine eingebaute Gleichfehlerstrom-Erkennung (6 mA DC), genügt nach DIN VDE 0100-722 in der Regel ein vorgeschalteter Fehlerstromschutzschalter Typ A (30 mA), sofern der Hersteller das vorsieht. Das entscheidet deine Elektrofachkraft.

Hinweis: StromNow verkauft die genannten Produkte im eigenen Shop. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Elektroberatung. Technische Daten sind Angaben der Hersteller, wie auf unseren Produktseiten wiedergegeben, Stand 03.11.2026. Sie können sich ändern, maßgeblich sind Datenblatt und Anleitung des Herstellers. Rechtliche Angaben haben den Stand 03.11.2026. Installation, Prüfung und Inbetriebnahme gehören in die Hände eines eingetragenen Elektroinstallationsbetriebs. Für deine Anlage gelten die Vorgaben deines Netzbetreibers.

Quellen